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Deutschland: Novellierung des Energierechts mit Blick auf Wasserstoff
Damit Wasserstoff sein Klimaschutzpotenzial voll entfalten kann, muss er nun zügig und effizient für Anwendungen in Industrie, Mobilität und Wärme bereitgestellt werden.

Pressemeldung DVGW

Anlässlich des vorliegenden Entwurfs der Novellierung des Energierechts mit Blick auf Wasserstoff sagt DVGW-Präsident Michael Riechel:

„Es ist gut, dass die Bundesregierung mit der Wasserstoffstrategie ein klares Bekenntnis zur Nutzung dieses vielseitigen Energieträgers in allen Sektoren abgelegt hat. Damit Wasserstoff sein Klimaschutzpotenzial voll entfalten kann, muss er nun zügig und effizient für Anwendungen in Industrie, Mobilität und Wärme bereitgestellt werden.

Die Einhaltung der Klimaziele für 2030 erfordert eine rasche CO2-Reduktion insbesondere im Gebäudebestand. Aus diesem Grund ist die Transition der bestehenden Erdgasinfrastrukturen eine notwendige Bedingung für die Erreichung der Klimaziele. Es bedarf daher einer gemeinsamen Betrachtung von Gas- und Wasserstoffversorgungsinfrastrukturen in der Regulierung sowie der sukzessiven Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz.

Insbesondere das Verteilnetz mit über 500.000 Kilometern Länge kann künftig Wasserstoff dem Wärmemarkt und damit nahezu jedem zweiten Haushalt kostengünstig und breitenwirksam zur Verfügung stellen. Aber auch der Industriesektor ist neben den Großabnehmern im Transportnetz mit über 1,6 Millionen Kunden am Gasverteilnetz angeschlossen. Beimischungen von klimaneutralem Wasserstoff unterstützen den Hochlauf insbesondere dezentral und ermöglichen sofortigen und beliebig skalierbaren Klimaschutz. Es ist an der Zeit, den Blick über die großen Industrieprojekte hinaus auf die Potenziale der Wasserstoffeinspeisung und Beimischung vor Ort zu richten. Zusammengenommen beträgt dieses Potenzial mindestens 40 Gigawatt Elektrolyse vor Ort.

Der DVGW arbeitet daran, die Erdgasinfrastruktur auf weiter steigende Anteile von Wasserstoff zu ertüchtigen und hat dazu ein umfassendes Programm aufgelegt. Bereits im Sommer wird der Branche ein Leitfaden vorgelegt, der den technisch sicheren Bau und Betrieb reiner Wasserstoffleitungen ebenso wie Netze mit Beimischungen ermöglicht. Ohne die Nutzung der Gasinfrastruktur wird schneller und bezahlbarer Klimaschutz nicht zu haben sein.“


Ansprechpartner:

Lars Wagner
Pressesprecher
Telefon: 030 / 79 47 36 64
Mobil: 0172 / 215 25 98
presse(at)dvgw.de

Sabine Wächter

Stellv. Pressesprecherin
Telefon: 0228 / 9188 609
Mobil: 0172 / 469 82 60
presse(at)dvgw.de

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Kohlekraft: EU-Geld für Tschechien; Diskussionen in Polen
Die tschechische Regierung hat am Montag ein Dokument verabschiedet, das Kohle- und Energiekonzernen eine relativ große Summe aus dem Modernisierungsfonds der EU zugesteht.

Quelle: EURACTIV

In Polen wird derweil hart über die Zuteilung von Geldern und über Sozialpolitik im Rahmen der Energiewende verhandelt.

Der EU-Modernisierungsfonds soll einen Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in zehn einkommensschwächeren Mitgliedsstaaten unterstützen, darunter auch in der Tschechischen Republik.

Von den etwa 14 Milliarden Euro, die zwischen 2021 und 2030 zugewiesen werden – abhängig vom CO2-Zertifikatspreis – dürfte Prag rund 5,5 Milliarden Euro erhalten.

Der aktuelle Streitpunkt dabei: Der größte Teil der Zuteilungen soll zwar die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen unterstützen – doch mehr als die Hälfte des Geldes wird für Sektoren innerhalb des EU-Emissionshandelssystems gewährt. Nach Ansicht tschechischer Lobbyorganisationen würde eine solche Entscheidung jedoch vor allem kleinere Akteure diskriminieren.

„Die Gewährung des Großteils der Mittel an große Kohlebergbauunternehmen wäre ein Verlust für uns alle – für Haushalte, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Gemeinden,“ warnte beispielsweise Štěpán Chalupa, Vorsitzender der Tschechischen Kammer für erneuerbare Energiequellen.

Das Umweltministerium zeigt sich hingegen überzeugt davon, dass die Energiekonzerne aufgrund ihrer Rolle bei der Wende einen großen Teil der Mittel erhalten sollten. „Das Ziel ist es, die derzeitigen Energieerzeuger zu motivieren, sich zu dekarbonisieren und ihre Emissionen zu verringern,“ so eine Sprecherin des Umweltministeriums gegenüber EURACTIV.cz.

Derzeit werden 40 Prozent des tschechischen Stroms aus Kohle erzeugt. Der Ausstieg ist noch nicht endgültig verhandelt; er soll entweder bis 2038 oder eventuell „schon“ 2033 erfolgen.

Die Regierung wollte eigentlich am gestrigen Montag entscheiden, in welchem Jahr das Kohle-Ende im Land ansteht, verschob diese Entscheidung jedoch vorerst.

Polen: Schwierige Verhandlungen

In Katowice trafen sich unterdessen am Montag Vertreter der polnischen Regierung mit den Bergbaugewerkschaften, um über ein Abkommen zu verhandeln, das die Details der Energiewende im polnischen Stromsektor regeln soll.

Vor mehr als einem Monat hatte das polnische Ministerium für Staatsvermögen den Entwurf eines Sozialplans vorgelegt, der kurz darauf allerdings von den Bergbaugewerkschaften abgelehnt wurde. Erst vergangene Woche brachten die Gewerkschaften nun ihren eigenen Entwurf ein, der beim gestrigen Treffen diskutiert wurde.

Nach sieben Stunden intensiver Verhandlungen wurde aber lediglich beschlossen, dass es weitere Gespräche über das Sozialabkommen in Form von Arbeitstreffen geben wird, die sich dann einzelnen Teilen des Dokuments widmen werden. Daran sollen auch die jeweils zuständigen Ministerien beteiligt werden.

Bis Mitte Februar soll auf diese Weise eine Einigung erzielt werden; danach werde das fertige Projekt zur Kenntnisnahme an die Europäische Kommission weitergeleitet.

Die Gewerkschaften äußerten sich derweil auch in Bezug auf den sogenannten EU-Fonds für einen gerechten Übergang: Demnach sollte die Kohleregion Schlesien 70 Prozent der Polen zugeteilten Gelder erhalten.

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Trotz Nawalny: Bundesregierung hält an Nord Stream 2 fest
Die deutsche Bundesregierung hat mitgeteilt, man werde Nord Stream 2 nicht aufgeben – trotz der US-Sanktionen und der Forderungen des Europäischen Parlaments, aufgrund des Falls Nawalny Sanktionen gegen das von Russland unterstützte Gaspipeline-Projekt zu verhängen.

Quelle: EURACTIV

Es gebe keinen „direkten Zusammenhang zwischen dem Fall Nawalny und Nord Stream 2“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Zwar verurteile man „das harte, unverhältnismäßige Vorgehen der russischen Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten“ und fordere weiterhin die „unverzügliche“ Aufklärung des Chemiewaffenanschlags auf Alexej Nawalny. Die Entschließung des EU-Parlaments habe die Regierung ebenfalls „zur Kenntnis genommen“, ihre Position zum umstrittenen Pipeline-Projekt habe sich aber „nicht verändert.“

Trotz der US-Sanktionen gegen Unternehmen, die am Bau der Pipeline beteiligt sind, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche, sie wolle das Projekt nicht aufgeben und werde das Thema mit der neuen Biden-Administration besprechen.

Auch der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet betonte am Montag, er werde seine Zustimmung für die von Russland unterstützte Pipeline nicht erneut überdenken – trotz des Widerstands der USA und des EU-Parlaments gegen die Fertigstellung.

Laschet rief zwar die russischen Behörden auf, den Kreml-Kritiker Nawalny umgehend freizulassen. Die Frage der Energieversorgung sei am Ende aber dennoch eine, die Deutschland für sich selbst entscheide.

Weiter erinnerte er, Deutschland und Russland hätten selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges akademische und wirtschaftliche Beziehungen gepflegt.

Reaktionen von SPD, Grünen und FDP

Den deutschen SozialdemokratInnen bereitet die Pipeline aktuell besondere Kopfschmerzen. Das Bundesland, in dem das Gas erstmals EU-Boden erreichen wird, ist Mecklenburg-Vorpommern, regiert von Manuela Schwesig (SPD).

Vergangene Woche hat ihre Landesregierung die Stiftung „Klima- und Umweltschutz MV“ gegründet. Sie wurde mit 200.000 Euro aufgestockt – hinzu kommen 60 Millionen, gespendet von der Nord Stream 2 AG, die vollständig Gazprom gehört.

Neben der Unterstützung von Umweltprojekten wurde die Stiftung auch gegründet, um den angekündigten US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 entgegenzuwirken. Sie soll den „Weiterbau der Pipeline Nord Stream 2 ermöglichen, soweit dies nach den Gesprächen der Bundesregierung mit der neuen amerikanischen Administration weiterhin notwendig sein sollte“, wie es auf der Website von Schwesigs lokaler SPD heißt.

Dies brachte ihr heftige Kritik ein. Die Grünen nehmen Anstoß am Greenwashing, während die Russland-Falken (vor allem in der FDP) die Stiftung als Vehikel für die geopolitischen Interessen des Kremls sehen.

Umweltverbände lehnten Sitze im Stiftungsgremium ab, die ihnen per Gesetz zustehen würden.

EU-Parlament fordert Reaktionen

In einer Entschließung vom vergangenen donnerstag (21. Januar) fordert indes das Europäische Parlament den Baustopp von Nord Stream 2.

„Sanktionen sind dafür da, eine Regierung zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Es geht also um die Hebelwirkung und unsere Möglichkeiten, auf die Regierung in Moskau einzuwirken, unabhängig von den inhaltlichen Elementen,“ erklärte MEP Sergey Lagodinsky (Grüne), der an der Ausarbeitung der Entschließung beteiligt war.

Seiner Ansicht nach seien rein wirtschaftliche Argumente zu pauschal: Projekte wie Nord Stream 2 brächten zwar seinen Befürwortern zufolge „Geld und Stabilität“, allerdings „auf Kosten der Menschenrechte, der Solidarität mit Nachbarstaaten, der Transparenz…“

„Wir sind eigentlich immer dafür, dass wir bei den Themen bleiben, um die es geht,“ so Michael Gahler von der konservativen EVP. Deswegen habe es im Entwurf der EVP-Resolution auch keinen Bezug zu Nord Stream 2 gegeben: Dieser habe lediglich die Verhaftung Nawalnys verurteilen sollen. Aufgrund der Rechtsverstöße des russischen Regimes habe sich bei den Verhandlungen aber schnell die Frage nach einer geeigneten Reaktion gestellt.

Angesichts der anhaltenden Spannungen mit Russland müsse sich die Wirtschaft ihres Risikos außerdem bewusst sein, so Gahler weiter: „Jede Firma, die sich mit Russland einlässt, muss wissen, dass es schiefgehen kann.“

Das wiederkehrende Argument, Nord Stream 2 sei für die Versorgungssicherheit der EU vonnöten, wies der EVP-Sprecher ebenso zurück: „Für die Versorgung notwendig ist diese Pipeline nicht. Wir haben viele Bezugspunkte für Gas, auch aus Ländern, die uns nicht politisch drohen.“

Wirtschaft hält ebenfalls an Nord Stream fest

Vergangene Woche hatte die US-Regierung ihren Drohungen Taten folgen lassen und kündigte erste Sanktionen gegen die Pipeline an – bisher beschränkt auf ein russisches Konstruktionsschiff.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze erinnerte diesbezüglich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Die Entscheidung zum Bau der Nord Stream-Pipeline ist vor vielen Jahren gefallen. Die Pipeline ist fast fertig, und sie ist in einem rechtsstaatlichen Verfahren genehmigt worden.“

Schulze weiter: „Würden wir aber das Projekt jetzt noch stoppen, würden wir mit Blick auf Verlässlichkeit rechtsstaatlicher Entscheidungen einiges an Porzellan zerschlagen und vermutlich in ein Klageverfahren laufen.“

In der deutschen Wirtschaft scheint man dies ähnlich zu sehen. Die US-Sanktionen seien eine Belastung beim „Neustart in den transatlantischen Beziehungen“, warnte beispielsweise Oliver Hermes, CEO der Wilo Group sowie Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.

In Reaktion auf die Forderungen aus der Politik, das Projekt zu stoppen, betonte Hermes, „Investitionssicherheit“ sei eine „wesentliche Errungenschaft des europäischen Binnenmarkts, diese sollte nicht in Frage gestellt werden“ – und erinnerte an die zahlreichen europäischen Firmen, die in North Stream 2 investiert haben.

Für Ludwig Möhring, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEC), stellt Nord Stream 2 ebenfalls „einen Schritt in die richtige Richtung für Europa“ dar. Mit der Pipeline könne man die Gasversorgung langfristig gewährleisten. „Wir verbrauchen in Europa nicht mehr Gas, weil es uns aufgedrückt wird, sondern weil wir wegen der sinkenden Erdgasproduktion in Westeuropa Bedarf daran haben“, so Möhring gegenüber EURACTIV weiter.

Auch das Argument, Europa begebe sich mit der neuen Pipeline vor allem in russische Abhängigkeit, sieht Möhring skeptisch: „Die Pipeline bedeutet nicht, dass wir künftig keine Wahl mehr haben, sondern nur, dass wir langfristig unsere Versorgung zu Wettbewerbspreisen sichern.“ Aufrufe, das Projekt zu stoppen, würden der EU langfristig nicht nützen.

Abschließend betonte Möhring, auch wenn die Beziehung zwischen der EU und Russland aufgrund der aktuellen Geschehnisse „schwere Zeiten“ durchmache, hätten „Europa und Russland ein Interesse daran, langfristig in guter Nachbarschaft zu leben.“

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Europäisches Großprojekt zur Förderung von Wasserstofftechnologien beginnt
Interessenbekundungsverfahren für ein IPCEI Wasserstoff ist gestartet.

Quelle: EPID

BMWi und BMVI haben das Interessensbekundungsverfahren für eine Förderung von Wasserstofftechnologien und -systemen mit einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger gestartet. Im Rahmen der „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) planen die beiden Bundesministerien gemeinsam mit dem BMU und den Bundesländern, integrierte Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Erzeugung grünen Wasserstoffs über Infrastruktur bis zur Nutzung von Wasserstoff in der Industrie und Mobilität zu fördern.

Insgesamt sollen hierfür mehrere Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung des letzten Jahres und Landesmittel zur Verfügung gestellt werden. Mit den IPCEI-Verfahren werden Projekte mit nationalen staatlichen Mitteln gefördert, die einen wichtigen Beitrag zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und den strategischen EU-Zielen leisten.

Quelle: BMVI / EPID

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Klima-Allianz schlägt Fünf-Punkte-Programm zur PV vor
Keine Ausschreibungen für kleinere Anlagen

Quelle: EPID

Anlässlich der in der laufenden BT-Sitzungswoche stattfindenden abschließenden Lesung zur EEG-2021-Novelle hat die Klima-Allianz Deutschland ein Fünf-Punkte-Paket für den solaren Aufbruch vorgeschlagen.

Darin fordert sie unter anderem einen jährlichen PV-Ausbau von mindestens zehn Gigawatt neuer PV-Leistung. Zudem müsse PV-Strom für Eigenverbrauch und lokale Direktlieferungen aus Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak installierter Leistung vollständig von der EEG-Umlage befreit werden.
Des Weiteren sollte auf neue Anforderungen zur Fernsteuerbarkeit kleiner PV-Anlagen verzichtet werden, da dies sonst für viele Bürgerenergieanlagen das Aus bedeute.

Darüber hinaus sollten PV-Anlagen unter 750 Kilowatt-Peak Leistung nicht in das geplante Ausschreibungsregime für Solardachanlagen mit einbezogen werden und es brauche eine Anpassung des atmenden Deckels, sodass dieser im Sinne eines stabilen und dynamischen Anlagenzubaus künftig schnell und flexibel auch auf einen eventuellen Rückgang der Zubaudynamik reagieren kann.

Schließlich fordert die Klima-Allianz in ihrem Fünf-Punkte-Plan, dass es auch an einer unbürokratischen Lösung für den Weiterbetrieb von Alt-Anlagen im Rahmen der Novellierung nicht fehlen dürfe.

Quelle: Klima-Allianz / EPID

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Unternehmen

E.ON-Studie: Heiz-Wende mit Wasserstoff hilft Einkommensschwächeren
Für die Energiewende im Heizsektor sollte laut einer Studie des Energieversogers E.ON auch Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Quelle: MBI Infosource

Eine Dekarbonisierung des Gebäudesektors nur über strombasierte Lösungen sei nicht realistisch und verlagere die Kosten in vielen Fällen auf einkommensschwache Haushalte, wie aus der gemeinsamen Modellierung des DAX-Konzerns mit den Stadtwerken Essen hervorgeht. Die kostengünstigste und sozial ausgewogenste Variante sei es, bestehende Gasnetze künftig für den Transport von grünem Gas zu nutzen.

Die Unternehmen haben für ihre Studie auf Basis der Datenplattform DigiKoo einen digitalen Zwilling der Stadt Essen erstellt und mit dessen Hilfe fünf Szenarien zur Wärmeversorgung der Zukunft durchgespielt. Dazu gehörten die Umstellung auf Wärmepumpen, die zusätzliche Verdichtung des Fernwärmenetzes, der Einsatz direkter elektrischer Raumheizungen, die Verwendung von Hybridwärmepumpen sowie die allmähliche Umstellung auf Wasserstoff im bestehenden Erdgasnetz. Laut E.ON sei es die letzte Variante, die sowohl den Geldbeutel der Bürger schone als auch zur Erreichung der Klimaziele führe.

"Nur mit einer deutlichen CO2-Reduktion im Wärmesektor erreichen wir unsere Klimaziele", erklärte E.ON-Vorstand Leonhard Birnbaum. E.ON als größter deutscher Stromverteilnetzbetreiber will selbst schrittweise Wasserstoff in das Energiesystem bringen. Dafür brauche es entsprechende politische Rahmenbedingungen, "beispielsweise in Form einer Quote für klimaneutrale Gase", betonte Birnbaum.

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Unternehmen

EEX verzeichnet im Corona-Jahr Rekorde
Die Leipziger Deutsche-Börse-Tochter European Energy Exchange (EEX) hat im Jahr der Corona-Pandemie deutlich zugelegt.

Quelle: MBI Infosource

Das globale Handelsvolumen beim Strom wuchs 2020 um 10 Prozent auf 7.077 Terawattstunden, womit das Unternehmen nach eigenen Angaben zum vierten Mal in Folge seine Position als die weltweit führende Plattform verteidigte. Maßgeblich sei der starke Zuwachs auf den Intradaymärkten um 21 Prozent auf 111,2 Terawattstunden gewesen. An diesen Märkten werden kurzfristige tägliche Strommengen gehandelt, teils in 15-Minuten-Zyklen. Der Bedarf dieser Produkte steigt vor allem mit dem Zuwachs der erneuerbaren Energien, die Einspeiseprognosen erschweren. Einen neuen Rekord verzeichneten laut EEX aber die europäischen Stromterminmärkte, an denen langfristige Mengen gehandelt werden. Hier erhöhten sich die Handelsvolumina um 19 Prozent auf 4.736 Terawattstunden - und überstiegen demnach erstmals in einem einzigen Jahr die 4.000er-Schwelle. Infolge der Corona-Krise, der damit einhergehenden Schwankungen an den Rohstoffmärkten und dem Rückgang des Strombedarfs der Industrie haben sich viele Energieversorger über dieses sogenannte Hedging gegen künftige Preisschwankungen abgesichert. Die stark sinkenden Gaspreise gingen jedoch nicht spurlos an der EEX Group vorbei. Die globalen Erdgasmärkte sanken demnach leicht um 5 Prozent auf 2.412 Terawattstunden. Der 11-prozentige Rückgang an den europäischen Erdgasterminmärkten sei hauptsächlich auf das Minus im größten Terminmarkt, dem niederländischen TTF-Marktgebiet, zurückzuführen. Trotzdem habe die Börse ihren Marktanteil in der Mehrzahl ihrer Marktgebiete erheblich steigern können, hieß es. "Wir sind erneut die weltweit führende Börsengruppe im Stromhandel und haben unsere Position als die liquideste Gas-Spotbörse in Europa bestätigt", erklärte EEX-Chef Peter Reitz. Zugelegt hat die EEX Group auch bei den Umweltmärkten, an denen Verschmutzungszertifikate für Unternehmen verkauft werden: In Europa stieg das Volumen um 16 Prozent auf 1.318 Millionen Tonnen CO2. In Nordamerika wurden 15 Prozent mehr Kontrakte an der Nodal Exchange gehandelt. Das Trockenfrachtgeschäft verzeichnete mit einem neuen Volumenrekord von 789.921 Kontrakten sogar das bisher beste Jahr. Gegenüber 2019 konnte die EEX das Handelsvolumen hier um mehr als das Zehnfache steigern.

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Unternehmen

Österreich: Milliardeninvestitionen für sichere Netze
Während europaweit die Suche nach den Ursachen für die massive Störung am 8. Jänner weitergeht, verweisen Spitzen der heimischen Energiebranche auf geplante Investitionen und die Neuregelung der Netzreserve.

Quelle: energate

Gerhard Christiner, Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers APG, schilderte nach einem Gespräch mit Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) und E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch weitere Details. Demnach kam aus Südosteuropa eine Strommenge von 300 MW herein, der in Zentraleuropa kein Verbrauch gegenüber gestanden sei.
 
"An diesem Tag hat es Handel gegeben, es war kalt, Frankreich war importorientiert, was sehr selten vorkommt, in Deutschland gab es wenig Wind. Ebenfalls untypisch war, dass es sehr viel Wasserkraft in Südosteuropa gab. Das war die Grundkonstellation, aber es kann auch eine komplett andere sein", so Christiner. Es sei zu einer Überlastung der Leitungen gekommen und dann innerhalb von 30 Sekunden zu einem Kaskadenausfall (energate berichtete). "Der Ausbau der Erneuerbaren hat bei dieser Störung keine Rolle gespielt. Das war eine klassische Überlastung des Systems in Südosteuropa", betonte Christiner.

Viel Kritik zu Netzreserve

Daraufhin habe die Netzreserve gegriffen, wobei laut APG-Chef bei der Primärregelung die Wasserkraftwerke über 80 Prozent ausgemacht hätten, aber auch Batteriekapazitäten. "Bei der Minutenreserve waren es 82 Prozent Wasserkraftwerke, und zwar sowohl Laufkraftwerke als auch Pumpspeicher, sowie 6 Prozent thermische Kraftwerke und 11 Prozent Anlagen von Industrieunternehmen."

Genau zum Thema Netzreserve hat es in Österreich vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit in den vergangenen Monaten erhebliche Kritik gegeben, die sich nach dem massiven Frequenzabfall im Jänner nochmals verstärkt hat (energate berichtete). Der Nationalrat hat im Dezember mit einer Zweidrittelmehrheit eine Neuregelung der Netzreserve beschlossen, die am 1. Oktober 2021 in Kraft treten soll (energate berichtete). Geplant ist unter anderem ein Stilllegungsverbot, das die Energiebranche durchaus kritisch sieht. Ebenfalls sollen in Zukunft auch kleinere Anlagen, Flexibilitätskapazitäten der Industrie (Demand Side Response) sowie Erneuerbarenanlagen Teil der Netzreserve sein können. "Die neue Netzreserve wird kleinteiliger und erneuerbarer aufgestellt sein, und es ist nun die Aufgabe, das in den nächsten Monaten umzusetzen. Bei der Versorgungssicherheit soll es jedoch genau keinen Unterschied zur jetzigen Netzreserve geben", so Wolfgang Urbantschitsch von der E-Control.

Gewessler: Stromnetze fit für Erneuerbare machen

Langfristig solle der Ausgleich in den Stromnetzen trotzdem komplett mit Erneuerbaren passieren, so Ministerin Leonore Gewessler: "In der Perspektive, also 2040 bis 2050, wird die Netzreserve erneuerbar funktionieren." Unabdingbar seien allerdings Investitionen in die Stromnetze, wie alle Seiten betonten. "In den nächsten zehn Jahren rechnen wir hier mit einem Investitionsvolumen von zehn bis 15 Mrd. Euro, der überwiegende Teil davon in den Verteilernetzen", sagte dazu Urbantschitsch. Die APG verweist darauf, dass sie allein heuer 357 Mio. Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes investieren werde.

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Schlussspurt: Nordex kann Auftragsvolumen 2020 fast stabil halten
Dank eines Schlussspurts hat der Windanlagenhersteller Nordex 2020 mit einem nur leichten Rückgang des Auftragsvolumens abgeschlossen.

Quelle: MBI Infosource

m Vergleich zum Vorjahr entspreche die Leistung von 6,02 Gigawatt einem Rückgang um rund drei Prozent, teilte Nordex am Freitag in Hamburg mit. "Bedeutende Großprojekte sowie eine Vielzahl an Aufträgen vor allem aus unseren europäischen Kernmärkten sorgten am Jahresende dafür, dass wir 2020 an das hohe Auftragsniveau aus 2019 anknüpfen konnten", sagte Nordex-Chef José Luis. Der Manager ist zuversichtlich, im laufenden Jahr an die jüngste Entwicklung anknüpfen zu können. So gewann Nordex im vierten Quartal Aufträge mit einer Gesamtleistung von 2,3 Gigawatt, was im Jahresvergleich einem Plus von mehr als 50 Prozent entspricht.

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Unternehmen

Smart Meter und SMGW nach aktuellen Sicherheitsstandards

EFR-Zähler erfüllen die künftige MID-Richtlinie

 

Pressemeldung Press'n'Relations

Obwohl die neue MID-Sicherheitsrichtlinie (Measuring Instruments Directive) für moderne Messeinrichtungen und Basiszähler noch nicht in den Amtsblättern der EU veröffentlicht ist, hat EFR sie für ihre Zähler bereits umgesetzt.

Der neue MID-Standard bietet Haushaltskunden mehr Schutz vor einem Stromschlag oder Verletzungen durch Hitzeentwicklung und scharfkantige Gehäuse.

EFR hat die entsprechenden Anforderungen bereits bei der Konstruktion der Dreh- und Wechselstromzähler SGM-C4 und SGM-C2, der Vierleiter- und Zweileiter-eHZ-Zähler SGM-SM sowie des Smart Meter Gateways SGH-S berücksichtigt. Die Baumusterprüfbescheinigungen sind ebenfalls angepasst, sodass die Geräte die Laborprüfungen bald absolviert haben werden. Damit stellt EFR sicher, dass über den Zieltermin hinaus immer normenkonforme Geräte für die Kunden zur Verfügung stehen. Bis August 2021 dürfen die Lagerbestände oder zum Beispiel in Bestellung befindliche Geräte verbaut werden.
www.efr.de

Über die EFR GmbH

Die EFR GmbH ist ein etablierter Systembetreiber des Langwellen-Broadcastsystems und Serviceprovider für Energiemanagement in Deutschland und Mitteleuropa.
Mit Partnerunternehmen bietet EFR ein komplettes Dienstleistungspaket für Planung, Aufbau und Betrieb von Funk-Rundsteuersystemen an.
Seit 2010 hat sich die Firma zum Anbieter von innovativen Smart-Grid/Metering- sowie M2M-Lösungen auf der Basis einer generischen und sicheren Geräteplattform weiterentwickelt. Ziel ist dabei auch, in Verteilnetzen einen nahtlosen Übergang von der klassischen Steuerung auf die moderne IP-basierte, sichere und flexible Netzführung zu schaffen.
Ein Schwerpunkt im deutschen Markt liegt im Bereich Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Hier bietet die EFR GmbH ein umfangreiches und abgestimmtes FNN- und BSI-konformes Vollsortiment aus Basiszählern, Steuerbox und Smart Meter Gateways (BSI-DSZ-CC-1000).
Das Produktportfolio umfasst alle Komponenten für uni- und bidirektionale Komplettlösungen, von der Hardware für die Systemnutzung über Bedienungs- und Auswertungssoftware bis hin zu Vertragsangeboten für Kommunikationswege.

EFR GmbH
Ulrike Rößner
Postfach 200553
80005 München
Tel.: +49 (0)89 9041020-13
roessner(at)efr.de
www.efr.de

Press’n’Relations II GmbH
Ralf Dunker
Gräfstraße 66
81241 München
Tel.: +49 (0)89 5404722-11
du(at)press-n-relations.de
www.press-n-relations.com

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Unternehmen

Neue Internet-Plattform im Energiebereich in Planung
EURODIALOG GmbH, die Plattformbetreiberin von ENERPEDIA, plant eine zusätzliche Plattform mit dem Titel ENEREXPO.

ENEREXPO steht für "Die digitale Energieschau".
Unter diesem Claim soll eine Plattform entstehen, die europäische Akteure im Energiesektor anspricht.
Diese knnnen sich auf ENEREXPO multimedial präsentieren und Neuigkeiten aktiv kommunizieren.

Hierfür werden noch strategische Partner gesucht, die in einem kooperativ denkenden Team Aufwand und Profit fair miteinander teilen wollen.

ENEREXPO wird unter der Internetseite www.enerexpo.info voraussichtlich am 1. Juli 2021 ins Netz gehen.

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Personalien

Neue Vorständin bei Eon
Im Zuge des Ausscheidens von Vorstandschef Johannes Teyssen rückt Victoria Ossadnik in das Gremium ein.

Quelle: Energie&Management

Victoria Ossadnik wird ab dem 1. April Vorständin beim Eon-Konzern. Sie ist aktuell Vorsitzende der Geschäftsführung der Eon Energie Deutschland. Innerhalb des Eon-Vorstands soll sie für die Digitalisierung zuständig sein, teilte das Unternehmen mit.

Ossadnik ist seit 2018 bei Eon. Sie war zuvor sieben Jahre bei Microsoft tätig und leitete dort zuletzt die „weltweite Enterprise Service Data- und Artificial Intelligence-Organisation des Konzerns“. 

Die Ernennung Ossadnik geht einher mit dem Rückzug des Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen. Dieser scheidet nach zehn Jahren an der Spitze zum 1. April aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger wird Leonhard Birnbaum, der bereits dem Vorstand angehört. Der vakante Platz geht dann an Ossadnik.

Neben Birnbaum (Vorsitz) und Ossadnik (Digitales) gehören dann zum 1. April Thomas König (Netze), Marc Spieker (Finanzen) und Karsten Wildberger (Vertrieb) dem Eon-Vorstand an.

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Personalien

Wechsel im Aufsichtsrat der ITC AG
Rechtsanwaltin Simone Kordas wird Vorsitzende des Aufsichtsrats 

Pressemeldung ITC
Bild: ITC

Die Dresdner Rechtsanwältin Simone Kordas ist die neue Vorsitzende des Aufsichtsrats der ITC AG. Ihr Vorgänger Andreas Zwipf, langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrats, war aus gesundheitlichen Gründen aus dem ITC-Gremium ausgeschieden. Das Unternehmen ist Softwareanbieter für Web- Portale, Apps und cloudbasierte Lösungen für Unternehmen der Energie-, Wasser- und Wohnungswirtschaft.

Mit Beschluss der Hauptversammlung wurde Rechtsanwältin Simone Kordas in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat hatte sie in seiner Sitzung im November zudem zur Vorsitzenden gewählt. „Ich freue mich über die Wahl zur Aufsichtsratsvorsitzenden in diesem entwicklungsstarken und zukunftsträchtigen Unternehmen und ich werde mich meiner neuen Aufgabe engagiert annehmen. Es freut mich außerdem, meine nunmehr fast 20-jährigen Erfahrungen als Rechtsanwältin in dieser Form zum praktischen Einsatz bringen zu können“, sagt Simone Kordas.

„Mit Simone Kordas verstärkt erstmals eine Frau mit einer exzellenten Expertise unseren Aufsichtsrat. Es ist ein absoluter Glücksfall, dass wir eine solche Persönlichkeit für die Arbeit in unserem ITC-Aufsichtsrat gewinnen konnten“, betont Johann Riedmair, Vorstand der ITC AG.

RA Andreas Zwipf war seit 2008 Vorsitzender des Aufsichtsrats. „Wir bedauern das Ausscheiden sehr und danken Herrn Zwipf für seinen langjährigen, unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz für die ITC AG“, fügt Riedmair dazu.

Pressekontakt
ITC AG
Sigrid Rehak
Marketing/ PR
Tel: +49 (0) 351 320 17 – 600
Mail: s.rehak(at)itc-ag.com

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Personalien

Tornau wird neuer Aufsichtsrtschef bei SW Leipzig
Der Aufsichtsrat der Leipziger Stadtwerke hat Frank Tornau zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt. Er löst mit Wirkung zum 1. Januar 2021 Uwe Albrecht ab, der in den Ruhestand geht.

Quelle: MBI Infosource

"Die Stadtwerke befinden sich mitten in einem Transformationsprozess, in dem weitreichende Investitionsentscheidungen zu tätigen sind", erklärte der designierte Aufsichtsratschef Tornau.

MBI/aul/1.12.2020

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