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Klimapaket kommt im Sommer/Brüssel will CO2-Handel auf Verkehr und Gebäude ausweiten

Die EU hat sich zwar auf ein CO2-Reduktionsziel von 55 Prozent bis 2030 verständigt - über die Instrumente, wie dieses Ziel erreicht werden soll, gibt es aber noch keinen Konsens.

Quelle: MBI Infosource

So hat auch der Gipfel der 27 Staats- und Regierungschefs keine Fortschritte gebracht. Die EU-Regierungen wollen zunächst abwarten, bis die EU-Kommission ihre Vorschläge dazu unterbreitet, um sich erneut mit den Klimazielen zu befassen, heißt es kurz in der Gipfelerklärung. Die Kommission will Mitte Juli 2021 ihr Klimapaket "fit for 55" mit zwölf konkreten Vorschlägen auf den Tisch legen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte "zusätzliche EU-Maßnahmen zu den nationalen" Instrumenten der Mitgliedstaaten an, um die CO2-Emissionen ausgehend von 1990 bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent zu verringern. Dabei plant die Kommission u.a. eine Ausweitung des Emissionshandels auf den Gebäude- und Verkehrssektor. Diese beiden Bereiche sollen nach Angaben der Präsidentin in einem eigenen, separaten CO2-Handelssystem ihre Emissionen herunterfahren. Gleichzeitig schwebt der Kommission eine "angemessene soziale Kompensation" vor, um die Lasten der CO2-Bepreisung bei einkommensschwachen Haushalten ausgleichen zu können.

Neben diesen Kernelementen soll das Klimapaket "fit for 55" auch weitere Ziele und regulatorische Vorgaben sowie eine Lastenteilungsverordnung enthalten, kündigte von der Leyen an. Die Ziele sollen "eng miteinander verzahnt" werden und neben der CO2-Reduktion auch grüne Innovationen sowie Investitionen anstoßen. Geplant sind u.a. auch eine Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie mit höheren Ökostromzielen in Europa, Verschärfung der Energie-Effizienz-Richtlinie, Vorgaben für nachhaltige und umweltfreundliche Kraftstoffe in der Luftfahrt und im Seeverkehr, Änderung der CO2-Standards für Kraftfahrzeuge, eine CO2-Grenzausgleichssteuer sowie Änderung der Energiesteuer-Richtlinie.

Zur CO2-Grenzsteuer gibt es bereits eine Entschließung des Europäischen Parlaments, das im Vorfeld der Kommissionsvorschläge seine Vorstellungen dargelegt hat. Die eigentliche Diskussion wird allerdings nach Veröffentlichung des Pakets "fit for 55" im Gesetzgebungsverfahren zwischen EU-Rat und -Parlament stattfinden. Auch die Europäischen Grünen haben unterdessen ihre Forderungen an das Klimapaket in der vergangene Woche vorgestellt. Im Emissionshandel fordern sie nach den Worten des Europaabgeordneten Michael Bloss (Grüne), einen Mindestpreis von 50 Euro pro Tonne CO2", der 2030 auf 150 Euro klettern soll. "Der Freifahrtschein in Form von kostenlosen Emissionszertifikaten muss abgeschafft werden", sagte Bloss. Damit soll vor allem der Kohleausstieg und Umstieg auf Erneuerbare beschleunigt werden.

Darüber hinaus lehnen die Europa-Grünen einen zweiten Emissionshandel für Verkehr und Gebäude ab, um die Belastung für Bürgerinnen und Bürger nicht weiter zu erhöhen. Das bestehende Ordnungsrecht sei hier ausreichend, argumentieren die Grünen. So könnten etwa die CO2-Flottengrenzwerte oder die Effizienz-Richtlinie für Gebäude verschärft werden.

Die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende befürwortet in ihrem Impulspapier eine EU-weite CO2-Bepreisung im Heizungs- und Verkehrssektor. Dies sei aber nicht ausreichend, vielmehr müssten parallel dazu weitere CO2-Standards für Fahrzeuge, Bauvorschriften oder auch Förderprograme für CO2-arme Wärmenetze eingeführt werden. Agora plädiert für einen Ausgleich der Mehrbelastung durch die höheren Kohlenstoffpreise nicht nur in den Mitgliedstaaten selbst sondern auch unter den EU-Ländern. 

Höhere Heizölpreise würden vor allem Osteuropäer mit eher niedrigem Durchschnittseinkommen hart treffen. Daher sollen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung an besonders betroffene Parteien zurückgegeben werden. Aus diesem Grund dürfte auch die Debatte um die Lastenverteilung kontrovers im EU-Rat geführt werden. Denn osteuropäische Mitgliedsstaaten, die noch stark von der Kohlekraft abhängig sind, lehnen schärfere Klimaschutzvorgaben ab. 

Fraglich ist auch, wie die ärmeren EU-Staaten höhere Ausbauziele bei den Erneuerbaren und bei der Energieeffizienz finanzieren können. Denn die Kommission will Medienberichten zufolge das Erneuerbaren-Ziel bis 2030 von derzeit 32 Prozent auf 38 bis 40 Prozent anheben. In diesem Zusammenhang erwägt die Kommission offenbar auch weitere Initiativen wie die Förderung von erneuerbaren Energien für Heizung und Kühlung im Gebäudebereich und einen Ausstieg von fossilen Brennstoffen in diesem Sektor. Im Verkehrsbereich soll der Anteil erneuerbarer Energien von 14 Prozent auf 26 Prozent angehoben werden.

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Nord Stream 2: Bundesamt nimmt Anordnung für Sofortvollzug zurück

Teilerfolg für DUH

Quelle: EPID

Die DUH hat sich im Streit um den sofortigen Weiterbau von Nord Stream 2 zunächst durchgesetzt: Nachdem sie vor das Verwaltungsgericht Hamburg gezogen ist, hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gestern Abend die Anordnung zum sofortigen Vollzug der 2. Änderungsgenehmigung für den Bau der Mega-Pipeline aufgehoben. 

Diese Änderungsgenehmigung hatte den Bau im Zeitraum von Oktober bis Mai erlaubt. Das BSH hatte den Sofortvollzug der Genehmigung erst an diesem Montag (17. Mai 2021) überraschend angeordnet. Nur vier Tage später zog die Bundesbehörde nun die Notbremse. 

Trotzdem versuche das BSH dennoch einen Weiterbau der Pipeline zu erzwingen, kritisiert die DUH. Die Behörde berufe sich dabei auf die ursprüngliche Genehmigung der Nord Stream 2 AG aus dem Jahr 2018, die einen Bau der Pipeline grundsätzlich in den Monaten Juni bis September erlaubt. Gebaut werden soll nach Aussage von Nord Stream 2, die in dem Gerichtsverfahren beigeladen war, lediglich ein zwei Kilometer langes Teilstück in deutschen Gewässern. Der größte Teil der Pipeline in deutschen Gewässern bleibt weiterhin unvollendet. 

Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Hamburg konnte das BSH nach Ansicht der DUHnicht plausibel darstellen, warum ein Weiterbau der Pipeline in deutschen Gewässern zu diesem Zeitpunkt notwendig ist und dafür ein sofortiger Vollzug der strittigen Genehmigung angeordnet werden muss, während das Hauptsacheverfahren dazu noch aussteht. Auch eilig beigebrachte Unterlagen der Nord Stream 2 AG hätten die Zweifel an der Notwendigkeit des Sofortvollzugs nicht ausräumen können. 

Bei Gericht habe die Nord Stream 2 AG erklärt, dass lediglich zwei Kilometer eines einzelnen Strangs der Pipeline, die aus zwei parallelen Strängen besteht, in deutschen Gewässern abgelegt würden. Das Bauschiff Fortuna, das derzeit in dänischen Gewässern arbeitet und sich Richtung deutsche Seegrenze bewegt, werde voraussichtlich am Pfingstsamstag die Grenze der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone erreichen. Es würden dann weiterhin mindestens 14 Kilometer beider Stränge der Pipeline in deutschen Gewässern fehlen. Die Fortuna soll nach Ablegen der Pipeline dann die Arbeiten in dänischen Gewässern fortsetzen, wo ein weitaus längerer Abschnitt der Pipeline noch fehlt. 

Die DUH will das Hauptsacheverfahren gegen die 2. Änderungsgenehmigung weiter fortsetzen. Zudem prüft sie weitere rechtliche Schritte gegen die ursprüngliche Genehmigung, die ab Juni den Weiterbau ermöglicht und die jetzt schon vom BSH angewendet wird. Unklar sei etwa, ob die zahlreichen Nebenbestimmungen erfüllt sind. Insbesondere, weil nun völlig andere Verlegeschiffe mit anderer Technik eingesetzt werden als ursprünglich vorgesehen, so die DUH.

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IEA fordert Stopp neuer Öl- und GasprojekteVerkauf von Verbrennerautos soll bis 2035 gestoppt werden.

Verkauf von Verbrennerautos soll bis 2035 gestoppt werden.

Quelle: EPID

Die IEA hat ihren Report „Net zero by 2050“ veröffentlicht. Darin entwickelt sie eine Roadmap zur Klimaneutralität bis zur Jahrhundertmitte. Demnach sollen ab sofort keine Investitionen mehr in die Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen erfolgen. 

Zudem sollten ab 2035 keine Verbrennerautos mehr verkauft werden dürfen und der Bau weiterer konventioneller Kohlekraftwerke unmittelbar eingestellt werden. Das Papier dient als Vorbereitung auf die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen im November im schottischen Glasgow.

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Bundeskabinett beschließt Änderung in EnWG und EEG

EEG-Umlage wird weiter abgesenkt

Quelle: EPID

Das Bundeskabinett hat die Novelle des Klimaschutzgesetzes beschlossen. Demnach soll Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Zudem wurden verbindliche Emissionsziele für die 20er und 30er Jahre festgelegt. 
Bislang hatte die Bundesregierung bis 2050 angestrebt, nur noch so viele Treibhausgase auszustoßen, wie wieder gebunden werden können. Dieses Ziel der Treibhausgasneutralität wird mit dem neuen Gesetz um fünf Jahre vorgezogen. 

Das Zwischenziel für 2030 wird von derzeit 55 auf 65 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 erhöht. Für 2040 gilt ein neues Zwischenziel von 88 Prozent Minderung. Die Klimaschutzanstrengungen sollen so bis 2045 fairer zwischen den jetzigen und künftigen Generationen verteilt werden. Dazu hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung Ende April mit einem Urteil verpflichtet. 

Darüber hinaus will die Bundesregierung in den kommenden Wochen ein Sofortprogramm mit ersten Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele auf den Weg bringen. Das geht aus einem begleitenden Beschluss des Bundeskabinetts hervor. Darin vorgesehen ist unter anderem auch, dass Vermieter künftig die Hälfte der Kosten für den seit 1. Januar geltenden CO2-Preis auf Öl und Gas tragen sollen. 

Der Gesetzentwurf enthält auch neue Jahresemissionsmengen für die Jahre 2023 bis 2030 in den einzelnen Wirtschaftssektoren wie Verkehr oder Industrie. Den Löwenanteil der zusätzlichen Minderung bis 2030 werden dem neuen Gesetz zufolge die Energiewirtschaft und die Industrie übernehmen. Über die Sektorziele hinaus gibt das Gesetz einen Fahrplan für die Reduktion von Treibhausgasen im Zeitraum zwischen 2031 und 2040 vor. 

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Urteil: Shell muss CO2-Emissionen reduzieren
45 Prozent CO2-Ausstoß bis 2030.

Quelle: EPID

Der Öl- und Erdgaskonzern Shell hat eine historische Schlappe erlitten und muss nach einem Gerichtsurteil seine CO2-Emissionen drastisch senken. Shell müsse den CO2-Ausstoß bis 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken, urteilte das Bezirksgericht in Den Haag und gab damit der Klage von Umweltschützern recht. 

Nie zuvor wurde ein Konzern von einem Richter zu so drastischen Klimaschutzmaßnahmen gezwungen. Das Gericht war eindeutig: Der britisch-niederländische Konzern „muss seinen Beitrag leisten im Kampf gegen gefährlichen Klimawandel“. Und die Verpflichtung gelte nicht nur für die eigenen Unternehmen, sondern auch für Zulieferer und Endabnehmer. 

Shell will Berufung einlegen. Der Konzern tue bereits so viel und investiere Milliarden, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, „null CO2-Ausstoß bis 2050“. Doch das Gericht war nicht beeindruckt: Die beschlossenen Maßnahmen des Unternehmens seien „wenig konkret und voller Vorbehalte“. 

Die Kläger, Umweltorganisationen und mehr als 17.000 Bürger hatten den Konzern verklagt, weil er einer der größten Verschmutzer sei und umfangreich in die Förderung von Öl und Erdgas investiere. Shell sei für den Ausstoß von jährlich 1,6 Milliarden Tonnen CO2 verantwortlich. 

Shell hatte als Argument angeführt, dass der Konzern bei einer Verurteilung schnell Produktion und Verkauf fossiler Brennstoffe verringern müsse. Dann aber würden ja andere Anbieter in die Lücke springen, und davon hätte das Klima auch nichts. 

Doch das Argument ließ das Gericht nicht gelten. Man könne schließlich nicht Verantwortung auf andere abschieben. Auch andere Unternehmen hätten schließlich dieselbe Verpflichtung. Und genau hier liegt eine mögliche Folge des Urteils: Klagen gegen andere Unternehmen. 

Der Konzern fürchtet nun wirtschaftliche Einbußen. Doch das müsse er in Kauf nehmen, findet das Gericht. „Das wiege weniger schwer als der mögliche größere Schaden für das Klima“. 

Das Gericht machte allerdings einen wichtigen Unterschied: Shell ist demnach direkt verantwortlich für den CO2-Ausstoß der eigenen Unternehmen. Doch wenn es um die Schadstoff-Emissionen von Zulieferern oder Endabnehmern geht, dann hat der Konzern nur eine ´Best-Effort-Verpflichtung´, das heißt, er muss nur sein Bestes tun. Zum Beispiel den Kunden eine breitere Palette alternativer Energieträger anbieten. 

Shell wird Berufung gegen das Urteil einlegen – doch damit gewinnt der Konzern kaum Zeit. Denn das machte das Gericht deutlich: Das Urteil gilt ab jetzt. Der Konzern muss sofort Ernst machen mit dem Klimaschutz.

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Unternehmen

Amprion warnt vor Engpass bei gesicherter Leistung

Der Stromverbrauch in Deutschland ist 2020 coronabedingt auf den niedrigsten Wert seit 1999 gefallen. Die erneuerbaren Energien lieferten fast jede zweite Kilowattstunde.

Quelle: Energie&Management

Nach dem jüngsten Strommarktbericht des Netzbetreibers Amprion wurden im letzten Jahr 544 Mrd. kWh Strom in Deutschland verbraucht, 49 % davon kamen aus erneuerbaren Quellen. Entscheidend dafür seien die Fortschritte beim Ausbau der Erneuerbaren und ihr vorrangiger Zugang zum Markt gewesen, sagte Amprion-Chef Hans-Jürgen Brick.

Die Exporte von Strom in die Nachbarländer stiegen um 37 % und erreichten 31 Mrd. kWh. Netto belief sich die Ausfuhr auf 22 Mrd. kWh. Während Deutschland in den Sommermonaten große Mengen Strom aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark bezog, wurde im Winter viel Strom vor allem nach Österreich und Frankreich exportiert. Dabei handelte es sich zum großen Teil um Windstrom, der gleichzeitig auch aus Dänemark importiert wurde.

2020 sei ein Ausnahmejahr gewesen, sagte Brick weiter, an den Herausforderungen, vor denen die Elektrizitätswirtschaft stehe, habe sich aber nichts geändert: „Wir brauchen mehr Flexibilität im Netz, Deutschland wird mehr Strom importieren und wir müssen die Verfügbarkeit von gesicherter Leistung im Blick halten.“

Der niedrige Verbrauch in ganz Europa habe zu einer stärkeren Konvergenz der Strommärkte beigetragen. Über mehr als die Hälfte des letzten Jahres seien die Preise in Zentral- und Westeuropa einheitlich gewesen.

298 Stunden mit negativen Strompreisen

Die Ausnahmesituation des Jahres 2020 spiegelte sich in den Preisen wider. Im Großhandel mit Strom wurden zeitweise nur noch 32 Euro für eine MWh bezahlt, für Gas fiel der Preis bis auf 12 Euro/MWh. 298 Stunden lang gab es in Deutschland negative Notierungen.

Der europäische Strommarkt, heißt es in dem Bericht, wachse weiter zusammen und funktioniere überwiegend gut. Die Übertragungsnetzbetreiber spielten dabei eine zentrale Rolle. Amprion will deswegen in den nächsten zehn Jahren 24 Mrd. Euro in den Ausbau seines Netzes investieren. Das Unternehmen will außerdem seine Expertise bei der Integration erneuerbarer Energien, vor allem im Offshore-Bereich, sowie beim Einsatz von Technologien zur Umwandlung von Strom zu Gas (P2G) verbessern.

Der Übertragungsnetzbetreiber geht davon aus, dass die deutsche Stromversorgung in den nächsten Jahren weiter gesichert ist. Die Notwendigkeit steigender Importe sei jedoch ebenfalls unübersehbar. 2025 rechnet der Netzbetreiber damit, dass die „kontrollierbare Erzeugung“ (Kohle, Gas, Biomasse, Wasser) die Spitzenlast unterschreitet.

Wind und Sonne leisteten einen wachsenden, aber auch schwankenden Beitrag zur Stromerzeugung. So deckten sie am Mittag des 4. Juli 74 % des gesamten Stromverbrauchs, am 27. November um 6 Uhr morgens war es nur 1 %. Zeiten mit sehr geringer Verfügbarkeit von Wind und Sonne könnten sich über Tage oder sogar mehrere Wochen hinziehen, heißt es in dem Bericht: „Dafür werden angemessene Reservekapazitäten benötigt.“ Besonders geeignet seien Gaskraftwerke, die auch mit Wasserstoff betrieben werden könnten. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, den Ausbau des Gas- und des Stromnetzes abgestimmt zu planen.

Die gleichen Trends wie in Deutschland ließen sich auch in der EU beobachten. Die genauen Folgen würden gegenwärtig von der Dachorganisation der Netzbetreiber, Entso-E, analysiert.

Engpässe und Redispatch-Maßnahmen nehmen weiter zu

Die Engpässe im Netz von Amprion haben im letzten Jahr trotz des Verbrauchsrückgangs zugenommen. Scheiterten 2019 nur 8 % der Geschäfte im Stromhandel (einschließlich grenzüberschreitender Transaktionen), weil keine Leitung zur Verfügung stand, waren es im letzten Jahr 14 %. Die meisten Engpässe gab es im Nordwesten des Amprion-Netzes, wo Windstrom aus der On- und Offshore-Produktion eingespeist wird.

Volumen und Kosten von Redispatch-Maßnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht an, sowohl bei Amprion als auch bei den anderen Übertragungsnetzbetreibern. Allerdings nahm der Anteil der Redispatch-Maßnahmen zum Ausgleich unvorhergesehener Durchflüsse durch das deutsche Netz stark zu.

In den nächsten zehn Jahren will Amprion seinem 11.000 Kilometer langen Leitungsnetz weitere 1.500 Kilometer hinzufügen. Außerdem soll die Kapazität der bestehenden Leitungen durch technische und kommerzielle Maßnahmen verbessert werden. Zusammen mit anderen Übertragungsnetzbetreibern hat Amprion dafür das Konzept der Multi-Sektor-Planung entwickelt. Damit sollen ein gleichmäßiger Ausbau des Strom- und Gasleitungsnetzes sowie eine weitere Integration gewährleistet werden.

Konkrete Projekte besonders im Hinblick auf die Erzeugung, den Transport und den Einsatz von Wasserstoff könnten allerdings erst umgesetzt werden, wenn dafür die regulatorischen Voraussetzungen geschaffen seien.

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Unternehmen

Neuer Meereswindpark geplant: RWE und BASF wollen Wasserstoff aus Windkraft herstellen

Der Energieversorger RWE und der Chemiekonzern BASF haben die Art ihrer Kooperation beim Klimaschutz konkretisiert.

Quelle: MBI Infosource

Aus einem zusätzlichen Meereswindpark mit 2 Gigawatt Kapazität soll der Chemie-Standort Ludwigshafen mit grünem Strom versorgt werden. 

Wie die beiden Unternehmen weiter mitteilten, ist beabsichtigt, in Ludwigshafen CO2-frei Wasserstoff herzustellen. 

Ziel sei es, Produktionsprozesse von Basischemikalien, die bisher auf fossilen Energieträgern basieren, zu elektrifizieren. Die beiden Chefs von BASF und RWE, Martin Brudermüller und Markus Krebber, unterzeichneten dazu eine Absichtserklärung. "Wir wollen gemeinsam den Weg zu einer CO2-neutralen Chemieindustrie durch Elektrifizierung und den Einsatz von CO2-freiem Wasserstoff beschleunigen", erklärten die beiden. Mit dem Vorhaben sollen etwa 3,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden, bis zu 2,8 Millionen Tonnen davon direkt bei BASF in Ludwigshafen. Öffentliche Fördermittel kämen dabei nicht zum Einsatz. Beide Unternehmen forderten in dem Zusammenhang auch einen entsprechenden politischen Regulierungsrahmen. So müssten der Ökostrom-Zubau beschleunigt, Flächen für Offshore-Projekte ausgeschrieben und Grünstrom von der EEG-Umlage entlastet werden. BASF und RWE empfehlen, diese Flächen gezielt für Ausschreibungen zu nutzen, die sich auf industrielle Transformationsprozesse fokussieren.

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Unternehmen

Tennet forciert Netzausbau in Niedersachsen

Zehn neue Stromnetz-Ausbauprojekte im Bereich On- und Offshore plant Tennet bis 2030 in Niedersachsen.

Quelle: Energie&Management

Es handelt es sich um fünf neue Vorhaben und fünf Ersatzneubauten, bei denen bereits in Betrieb befindliche 220-kV-Trassen mit 380-kV-Leitungen versehen werden. Zum Teil ergeben sich Überschneidungen bei geplanten und bestehenden Trassenverläufen, heißt es in einer Mitteilung des Übertragungsnetzbetreibers.

Der Fokus liege im nordwestlichen Niedersachsen. Danach sind die Städte Wilhelmshaven, Delmenhorst und Bremen sowie die Landkreise Friesland, Wesermarsch, Ammerland und Oldenburg betroffen.

Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens erklärte dazu: „Für die neuen Leitungsprojekte in Niedersachsen verfolgen wir von Beginn an einen transparenten und integrierten Beteiligungs- und Kommunikationsansatz mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern der Regionen und den Medien.“ Schon seit Anfang Mai sei man in den Regionen aktiv und informiere Entscheidungsträger und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort gebündelt und koordiniert im sogenannten „Kommunaldialog Niedersachsen Nord-West“. Dabei stelle Tennet die neuen Netzausbau-Projekte vor und gehe besonders auf Überschneidungen mit bestehenden Trassenverläufen ein.

Olaf Lies (SPD), niedersächsischer Energieminister: „Niedersachsen ist das Bundesland, das am meisten Windenergie auf See und an Land produziert, aber der Strom muss auch dorthin gelangen, wo er gebraucht wird. Der Zeitdruck wächst hier stetig, da wir alles daran setzen müssen, unsere selbstgesteckten Ziele beim Klimaschutz zu erreichen.“

Die Energiewende als Grundbaustein des Klimaschutzes könne aber nur gelingen, wenn der Netzausbau zügig und möglichst raumverträglich umgesetzt wird. Die neuen Stromleitungsprojekte von Tennet seien wichtige Bausteine der Energiewende und würden für Niedersachsen und die anderen beteiligten Länder einen hohen Nutzen bringen.

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Unternehmen

Bei zügigem Ökostromausbau: RWE schließt früheren Kohleausstieg nicht aus

Der Energieversorger RWE hat einen Ausstieg aus der Kohleverstromung vor dem Jahr 2038 nicht ausgeschlossen

Quelle: MBI Infosource

"In dem Moment, in dem der Erneuerbaren-Ausbau zügig vorangeht und es insofern keinen Bedarf mehr für Kohlekraftwerke gibt, kann auch ein Kohleausstieg früher kommen", sagte Finanzchef Michael Müller anlässlich der Quartalsbilanz. Die Politik habe allerdings den Auftrag, nicht nur über Zielverschärfungen beim Klimaschutz nachzudenken, sondern auch konkrete Maßnahmen zum Ökostromausbau in Deutschland vorzulegen. Dazu sei es notwendig, zusätzlich Flächen für die Windkraft bereitzustellen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Naturschutz-Vorgaben zu standardisieren und den Netzausbau voranzutreiben. "Das ist ein ganzer Komplex von Themen, der behandelt werden muss", so Müller. 

Das vom Kabinett beschlossene Klimaschutzgesetz sieht unter anderem vor, dass der Energiesektor bis 2030 nochmals ein Drittel mehr an CO2-Emissionen einsparen muss als bislang geplant. Die Bundesregierung hatte dazu auch die Erwartung betont, dass deutlich höhere CO2-Preise im Rahmen des EU-Emissionshandels Kohlekraftwerke unrentabel machen könnten. Zuletzt lag der Preis für Stromkonzerne und die energieintensive Industrie bei über 50 Euro pro Tonne.

RWE sieht sich von der Entwicklung im Moment aber nicht belastet. Der Konzern habe sich durch Hedging gegen steigende CO2-Preise abgesichert, betonte Finanzvorstand Müller. "Finanziell gibt es keinen Bedarf, da etwas anzupassen." Die Bundesregierung hatte RWE für den Braunkohleausstieg 2,6 Milliarden Euro an Entschädigung fest zugesichert, unabhängig davon, ob der Versorger schon vor dem festgelegten Zeitplan Blöcke abschaltet. Die Zahlungen - gegen die mehrere deutsche Regionalversorger derzeit klagen - überprüft die EU-Kommission allerdings noch beihilferechtlich. Finanzvorstand Müller forderte die Bundesregierung außerdem auf, Vergütungsmodelle für künftige Gaskraftwerke zu entwickeln, die im künftigen Energiesystem als Reserve in Notfällen rasch eingesetzt werden können. Diese Kraftwerke würden allerdings nur ganz selten laufen. Für Betreiber rechne sich dies nur, "wenn entsprechende Vergütungsmodelle dahinterstehen", so Müller. RWE hatte etwa in Biblis den Zuschlag für ein Reserve-Gaskraftwerk erhalten. Bei RWE wurden auch zwei Steinkohlekraftwerke, die an der staatlichen Stilllegungs-Auktion teilgenommen und den kommerziellen Betrieb bereits im vergangenen Jahr eingestellt hatten, auf Anweisung des Übertragungsnetzbetreibers im ersten Quartal wieder hochgefahren. Die entsprechenden Blöcke Ibbenbüren und Westfalen seien aber nur relativ wenige Stunden eingesetzt worden, so Müller. "Allein von vier Einsätzen in einem ganzen Quartal rechnet sich ein Kraftwerk natürlich nicht."

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Unternehmen

Europa: ENEREXPO – die digitale Energieschau
ENEREXPO startet voraussichtlich am 1. Juli 2021

Quelle: EURODIALOG

Wegen der aktuellen Corana-Krise haben viele Messen in Europa ihre Veranstaltungen abgesagt, verschoben oder treten mit Hybrid-Präsentationen auf.

Diesem Umstand folgend hat man sich bei EURODIALOG GmbH, die bereits die Energie-Wissensplattform ENERPEDIA bereitstellt, entschlossen, eine digitale europäische Messe-Plattform zu gründen.

Die Plattform soll spätestens ab 1. Juli 2021 im Internet sichtbar sein.
Interessenten können sich bis Ende Mai 2021 als "strategische Partner" und "Lizenzpartner" melden unter
info@enerexpo.info .
https://www.enerexpo.info

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Personalien

Mitte 2022: OMV-Chef Seele gibt Amt des Vorstandsvorsitzenden auf

Der Ölkonzern OMV muss sich auf die Suche nach einem neuen Vorstandschef machen

Quelle: MBI Infosource

Wie das österreichische Unternehmen mitteilte, wird CEO Rainer Seele die Verlängerungsoption seiner Bestellung um ein weiteres Jahr nicht in Anspruch nehmen. Seine aktuelle Funktionsperiode ende damit automatisch am 30. Juni 2022. Seele ist seit dem 1. Juli 2015 Vorstandsvorsitzender der OMV AG.

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enercity Erneuerbare GmbH mit neuer Führung

Ralf Ludwig Nietiet und Daniel Müller bilden gemeinsam mit Ralf Heinen das neue Geschäftsführungstrio bei der enercity Erneuerbare GmbH in Leer

Pressemeldung enercity

enercity-CEO Zapreva: "Wir konnten zwei neue Manager mit ausgewiesener Expertise für erneuerbare Energien gewinnen, die unseren Wachstumskurs vorantreiben werden".

enercity erneuerbare gehört zu den Top 10 auf dem deutschen Onshore-Windkraftmarkt.

Die enercity Erneuerbare GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der enercity AG, ist vorrangig im Bereich Onshore-Windkraft und PV-Freiflächenanlagen aktiv. Sie wird künftig von einem Trio geführt.

Zum 1. Juni 2021 steigt Ralf Ludwig Nietiet (54) als Vorsitzender der Geschäftsführung ein. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur verfügt über umfassendes Wissen in der Entwicklung und im Management von Projekten in den Bereichen Wind, Solar, Batteriespeicher, thermische Speicher, konventionelle Energiewirtschaft sowie Petrochemie. Zudem bringt Nietiet 25 Jahre Auslandserfahrung unter anderem in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika mit. Er kommt von der Ferrostaal Industrieanlagen GmbH, wo er rund vier Jahre lang als Managing Director für die Geschäftsbereichsentwicklung Erneuerbare Energie, Solar, Wind und Batteriespeicher tätig war.

Zum 1. September 2021 nimmt auch Daniel Müller (41) als Geschäftsführer seine Tätigkeit auf. Müller ist Diplom-Geologe und seit 2015 bei der BayWa r.e. Wind tätig. Im Jahr 2017 übernahm der zertifizierte Projektmanager (IPMA) dort die Leitung der Abteilung Projektmanagement. Er bringt umfangreiche Kompetenzen im Bereich Wind-Onshore-Projekte in Deutschland mit. Diese umfassen Bereiche wie Planung, Errichtung, Projektverträge, -ankauf und -verkauf, Finanzierung sowie Betrieb.

Dritter im Bunde ist weiterhin Ralf Heinen (52), der bereits seit 2017 Teil der Geschäftsführung der enercity-Tochter mit Sitz in Leer (Ostfriesland) ist. Zuvor war er mehrere Jahre in der Geschäftsführung der Windunternehmen Ventotec und ITEC aus Leer tätig. Im Rahmen der Projektentwicklung erneuerbarer Energien verantwortete Ralf Heinen im Laufe seiner Tätigkeit ein Volumen in Summe von ca. 1,5 Milliarden Euro.

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Personalien

Personalie: Stadtwerke Energie Jena-Pößneck mit neuer Spitze

Gunar Schmidt ist von den Aufsichtsgremien der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck zum neuen Geschäftsführer bestellt worden.

Quelle: Energie&Management

Zum 1. Juni tritt Gunar Schmidt seine neue Position bei der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck an, wie der Energieversorger in einer Mitteilung verkündet. Schmidt folgt auf Thomas Zaremba, der zum 1. Dezember dieses Jahres in die Geschäftsführung der Energieversorgung Rudolstadt (Thüringen) wechselt.

Der 44-jährige Gunar Schmidt soll künftig an der Seite von Claudia Budich die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck führen. Er wurde, wie es weiter heißt, bis 2026 bestellt. Schmidt ist derzeit noch als Geschäftsführer der beiden Unternehmenstöchter "jENERGIE GmbH" und der Stadtwerke Jena Netze tätig. 
 
Gunar Schmidt ist Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler. Im Jahr 2017 wurde er Gründungsgeschäftsführer der Stadtwerke Jena Netze und war zuvor seit 2013 Bereichsleiter des technischen Managements der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck.

Mit der Besetzung Schmidts ist, wie es aus Thüringen heißt, die personelle Neuausrichtung in der Geschäftsführung der Stadtwerke Jena GmbH und den Stadtwerken Energie Jena Pößneck erfolgreich abgeschlossen: Seit Februar sind Claudia Budich und Tobias Wolfrum Geschäftsführer der Stadtwerke Jena GmbH. Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck ist als Energieversorger hiervon eine Tochtergesellschaft. Mit Claudia Budich und Gunar Schmidt soll es auch hier ein Duo an der Spitze geben. Seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Stadtwerke Jena Netze gibt Gunar Schmidt Ende Mai ab an Kristin Weiß. Die 44-Jährige wird das Amt als Interimsgeschäftsführerin ausführen. Seit 2009 arbeitet sie in verschiedenen Positionen bei den Jenaer Stadtwerken und leitet derzeit die Bereiche Netzbetrieb Gas/Wasser und Technischer Kundenservice.

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