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Politik • Behörden • Verbände

Deutschland: Regierung will Beschäftigung der Offshore-Wind-Branche sichern
Wirtschafts-Staatssekretär Andreas Feicht hat Vertreterinnen und Vertreter der Offshore-Branchenverbände und Unternehmen zu einem virtuellen Runden Tisch empfangen.

Quelle: MBI Infosource

Mit der Zielerhöhung von 15 auf 20 Gigawatt im Jahr 2030 und dem Langfristziel von 40 Gigawatt bis 2040 habe die Branche eine sehr gute mittelfristige Perspektive in Deutschland, erklärte er. "Es geht jetzt darum sicherzustellen, dass die Unternehmen bis zum Start der nächsten Bauwelle in Nord- und Ostsee ihre Kompetenzen sichern und stärken." Darüber spreche er mit Herstellern, Zulieferern, Betreibern, Vertretern von Häfen und Übertragungsnetzbetreibern.

Eine große Bedeutung komme dabei der Ausbildungssicherung in Deutschland und der systematischen Erschließung von Auslandsmärkten zu. "Dazu wird das Bundeswirtschaftsministerium in Kürze konkrete Initiativen vorschlagen", kündigte Feicht an. Durch Offshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von 7,7 Gigawatt und mehr als 1.500 Offshore-Windenergieanlagen, mehr als 24.000 Beschäftigten und einer jährlichen Bruttowertschöpfung von etwa 1,5 Milliarden Euro sei die Offshore-Windbranche heute in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung vergleichbar mit den traditionellen maritimen Industrien in Deutschland, wie etwa dem Schiffbau, hob er hervor. Vor Herausforderungen stellten die Branche aber derzeit die geringen Bauaktivitäten in Deutschland. Die Installation neuer Anlagen, Fundamente und Kabel werde erst in den nächsten Jahren wieder an Fahrt aufnehmen, weil erst dann die in Planung befindlichen Parks baureif seien. "In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts werden die Zubauraten dann aufgrund der höheren Ausschreibungsmengen, die in der Novelle des Wind-See-Gesetzes im letzten Jahr festgelegt wurden, deutlich steigen", sagte Feicht.

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In Zinsrechnung schlecht: BDEW erzürnt über Bundesnetzagentur
Drohender Zinsrutsch beim eingesetzten Eigenkapital von Strom- und Gasnetzbetreibern: Branchenvertreter sind erzürnt und werfen der Bundesnetzagentur handwerkliche Fehler vor.

Quelle: Energie & Management

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnt die Bundesnetzagentur davor, die Zinsen für eingesetztes Kapital von Strom- und Gasnetzbetreibern wie geplant herabzusetzen. Den Satz bei der im Herbst anstehenden Festsetzung der Eigenkapitalkosten (EK) für die 4. Regulierungsperiode um ein Drittel von 5,64 % auf 3,74 % nach Steuern zu senken, schrecke Investoren für den Ausbau der Strom- und Gasnetze ab und gefährde so in den entscheidenden Jahren bis Ende der laufenden Dekade die Energiewende.

"Moderne Netze sind nicht zum Selbstkostenpreis zu haben", mahnt Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des BDEW. Bei der angekündigten Vergütung von Netzinvestitionen "wäre Deutschland so Schlusslicht in Europa". Was Andreae und ihren Kolleginnen und Kollegen die Zornesröte ins Gesicht treibt, sind „sachliche und fachliche Mängel“ in den Gutachten, auf denen die Regulierungsbehörde ihre Berechnungen aufbaut. In einer Stellungnahme hat der Verband die Kritikpunkte aufgelistet.

"Offensichtliche fachliche Mängel in den Gutachten"

Als sachlich falsch brandmarkt der BDEW den Verweis der Agentur auf die Niedrigzinsphase. Sie sei schon bei der vorigen Festlegung 2016 gegeben gewesen und tauge daher nicht als Argument. Eine Analogie zu niedrigen Sparzinsen herzustellen verbiete sich. Eine Marktrisikoprämie sinke im Gegenteil in Niedrigzinsphasen nicht, sondern steige.

Zu den „offensichtlichen fachlichen Mängeln“ im Festlegungsentwurf und den herangezogenen Gutachten der Agentur zählt der BDEW, dass für die Kapitalmarktanalysen nicht mehrere Analyseansätze herangezogen worden seien. Damit spiele eine bei Investoren maßgebliche Marktrisikoprämie, die disruptive Ereignisse wie die Finanzkrise 2008 miteinbeziehen, keine Rolle.

Weitere Kritikpunkte sind die von der Bundesnetzagentur und ihren Gutachtern verwendeten Datensätze, worauf die Branche frühzeitig hingewiesen habe. Sie stünden auch im Widerspruch zu den Anforderungen des Bundeskartellamts. Bei der Berechnung der Zinssätze folge die Bundesnetzagentur ferner einem Rechenmodell, das „neue, noch deutlichere Erkenntnisse“ als fehlerhaft ausweisen. Der „risikolose Basiszinssatz“ habe in der Berechnung zwei „stark divergierende Werte“, was spätestens 2021 nicht mehr sachgerecht sei.

Festlegung der Zinssätze könnte sogar rechtswidrig sein

Angesichts dieser Mängel ist es dem BDEW unverständlich, dass die Bundesnetzagentur und ihre Gutachter auf eine belastbare Überprüfung der Plausibilität der Festlegung verzichten. Dabei beinhalteten die Gutachten selbst Hinweise darauf, dass die Ergebnisse wenig plausibel seien beziehungsweise den gesetzlichen Anforderungen nicht genügten. Das „wird ignoriert“, so der BDEW in seiner Stellungnahme.

Letztlich fehle es auch an einer hinreichenden Einordnung der Ergebnisse, etwa einem Abgleich mit den Werten im Vorfeld der 3. Regulierungsperiode, mit der Entwicklung des Kapitalmarkts und mit der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Energiepolitik. Aufgrund dieser Bewertung bezweifelt der BDEW sogar, dass die Festlegung rechtssicher sei. Die Bundesnetzagentur sei verpflichtet, die Grundlagen zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten-Zinssätze für jede Regulierungsperiode neu zu bewerten und alle Informationen zu berücksichtigen. Der BDEW kritisiert über die geplanten Zinssätze mithin als „rechtswidrige Ermessensentscheidung“. Abschließend fordert der Branchenverband die Bundesnetzagentur auf, die Mängel zu heilen und damit im Herbst auch zu „angemessenen, international wettbewerbsfähigen EK-Zinssätzen“ zu kommen.

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FA Wind: Mustervertrag Wind für kommunale Teilhabe überarbeitet
Mit wichtigen Verbänden hat die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) den Mustervertrag für die kommunale Teilhabe an der Windenergie aktualisiert.

Quelle: MBI Infosource

Nachdem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 nur sechs Monate nach seinem Inkrafttreten im Juli dieses Jahres wieder novelliert worden ist, war auch eine Überarbeitung des von der FA Wind im Juni herausgegebenen Mustervertrags zur kommunalen Teilhabe an Windenergie (ehemals § 36k EEG 2021 a.F., nun § 6 EEG 2021 n.F.) nötig.

Insbesondere an drei Punkten wurden im Mustervertrag Aktualisierungen vorgenommen, wie die FA Wind in einer Mitteilung vom 24. August bekannt gibt:

- Die Regelungen wurden auf Windkraftanlagen beschränkt, die einen Anspruch auf eine Förderung nach dem EEG geltend machen, während § 36k EEG 2021 nach der alten Fassung auch nach Förderende galt.

- Die Turmmitte der Windkraftanlage wurde als Ausgangspunkt für die Bestimmung des 2.500-Meter-Radius gesetzlich definiert, um die Betroffenheit der Gemeinde zu benennen.

- Auch Landkreise können sich nun an einer Windkraftanlage beteiligen, sofern betroffene Gebiete in gemeindefreien Gebieten liegen.

Wie die Fachagentur Wind mitteilt, galt es neben redaktionellen Änderungen auch Klarstellungen des Gesetzgebers zu interpretieren und einzuarbeiten.

Mit dem Mustervertrag soll Städten und Gemeinden, auf deren Gebiet ein Windpark errichtet wird, eine Vorlage an die Hand gegeben werden. Diese soll die im EEG 2021 geschaffene Möglichkeit zur finanziellen Beteiligung von Kommunen rechtssicher regeln. Davon verspricht sich die Politik eine höhere Akzeptanz für den Bau neuer Windenergieanlagen vor Ort. "Der Mustervertrag kann ab sofort von Windparkprojektieren und Kommunen genutzt werden", erklärt der VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Das Umsetzen der Regelung sei für die jeweiligen Betreiber kostenneutral und freiwillig, erfordere jedoch einen Vertrag zwischen Windkraftprojektierer und teilnehmenden Kommunen.

Der VKU (Verband kommunaler Unternehmen) war einer der Verbände, die der FA Wind bereits auch schon bei der ersten Version des Mustervertrags im Juni zur Seite standen. Außerdem beteiligt waren kommunale Spitzenverbände sowie die für die Windenergie relevanten Verbände BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), BWE (Bundesverband Windenergie) und WVW (Wirtschaftsverband Windkraftwerke).

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Schweiz verpflichtet Großunternehmen zur Klimaberichterstattung
Publikumsgesellschaften, Banken und Versicherungen ab 500 Mitarbeitern, mehr als 20 Millionen Schweizer Franken Bilanzsumme oder mehr als 40 Millionen Franken Umsatz sollen in der Schweiz künftig verpflichtet werden, über Klimabelange öffentlich Bericht zu erstatten.

Quelle: MBI Infosource

Das hat der Schweizer Bundesrat beschlossen. Bis im Sommer 2022 soll das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) eine entsprechende Gesetzesvorlage erarbeiten.

Dem Schweizer Finanzplatz biete sich mit Sustainable Finance die Chance, seine Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, hieß es. Im Dezember 2020 beauftragte der Bundesrat das EFD, zusammen mit anderen Ministerien eine verbindliche Umsetzung der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) für Schweizer Unternehmen zu erarbeiten.

Die öffentliche Berichterstattung umfasst einerseits das finanzielle Risiko, das ein Unternehmen durch klimarelevante Tätigkeiten eingeht. Anderseits muss offengelegt werden, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auf das Klima bzw. die Umwelt hat. Diese sogenannte doppelte Wesentlichkeit entspricht auch dem Vorgehen der Europäischen Union.

Durch Mindestanforderungen soll erreicht werden, dass die Offenlegungen aussagekräftig, vergleichbar, und, wo möglich, vorwärtsschauend und szenarienbasiert sind. Die verbindliche Umsetzung der TCFD-Empfehlungen soll voraussichtlich ab 2024 für das Geschäftsjahr 2023 mittels einer separaten Vollzugsverordnung erfolgen. Mit diesem Vorgehen soll die Rechtssicherheit erhöht werden. Im Mai 2021 fand ein Austausch mit Wirtschaftsverbänden sowie mit Umwelt- und Konsumentenschutzverbänden statt.

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Österreich: Global 2000 will Recht auf saubere Energie gerichtlich durchsetzen
Global 2000 hat einen Klimaschutzverordnungsantrag zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern eingebracht, der jedoch vom Wirtschaftsministerium zurückgewiesen wurde.

Quelle: energate

Die Umweltschutzorganisation forderte per Antrag, ein konkretes Ablaufdatum für fossile Energiequellen festzulegen. Global 2000 will nun das Recht auf saubere Energie vor Gericht durchsetzen, teilte Klima- und Energiesprecher Johannes Wahlmüller in einer Aussendung mit.

Die Umweltorganisation forderte eine Verordnung, die den Verkauf von Kohle, Heizöl, Benzin und Diesel schrittweise bis 2040 beendet. Nur so könne das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden. Die dafür zuständige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) teilte jedoch mit, dass sie diese Verordnung nicht erlassen will. Als Begründung führte sie an, dass keine Kompetenz des Bundes zur Erlassung der beantragten Maßnahmen bestehe. Global 2000 will das nicht hinnehmen und kündigte an, das Recht auf saubere Energie vor Gericht durchzusetzen. Denn fossile Energie bedrohe, so Global 2000-Sprecher Wahlmüller, unsere Umwelt und unsere Gesundheit.

Klimaschutzgesetz als Modell

Rechtsanwalt Reinhard Schanda unterstützt die Umweltorganisation bei ihrem Vorhaben. "Selbstverständlich besteht eine Kompetenz des Bundes zur Erlassung von Maßnahmen zur Beschränkung von Treibhausgas-Emissionen zur Abwehr der Klimakrise", sagte Schanda. Als Beispiel nennt er das Klimaschutzgesetz, indem die Höchstmengen von CO2- Emissionen und Klimaschutz-Maßnahmen genau festgelegt sind. "Diese Bundeskompetenz umfasst auch die Zuständigkeit zur Erlassung der hier beantragten Maßnahmen", so Rechtsanwalt Schanda. Er wird gegen diesen Bescheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht Wien einreichen, das in nächster Instanz für die Entscheidung über den Antrag zuständig ist.

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Unternehmen

Frankreich: EDF plant Erwerb von GEs Atomgeschäft
Der französische Energieversorger Electricite de France SA will einem Zeitungsbericht zufolge das Atomgeschäft von General Electric übernehmen

Quelle: MBI Infosource

Wie die französische Finanzzeitung La Tribune mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, könnte ein Angebot unmittelbar erfolgen.

GEs Atomgeschäft GE Steam Power ist zum größten Teil im ostfranzösischen Belfort angesiedelt.

EDF war nicht unmittelbar für eine Stellungnahme zu dem Bericht zu erreichen.

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Unternehmen

EnBW holt sich Milliarde vom Finanzmarkt
Der Karlsruher Energieversorger EnBW begibt zwei Anleihen über insgesamt eine Mrd. Euro. Eine davon bedient ausschließlich grüne Projekte.

Quelle: Energie & Management

Am 24. August habe EnBW "erfolgreich zwei Nachranganleihen von je 500 Mio. Euro am Kapitalmarkt begeben, eine davon als grüne Tranche", teilte das Unternehmen mit. Die grüne Anleihe wird mit 1,375 % verzinst und hat eine Mindestlaufzeit bis 2028. Für die weitere Nachranganleihe gibt es 2,125 %, sie kann frühestens 2032 von EnBW zurückgezahlt werden. Nachranganleihen werden in der Regel höher verzinst, werden im Falle einer Insolvenz des Schuldners aber nachrangig gegenüber anderen Forderungen behandelt.

Vor allem die Bedeutung der grünen Anleihe hebt die EnBW hervor. "Die Erlöse der grünen Nachranganleihe fließen in nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzprojekte in den Kategorien Offshore Wind, Onshore Wind, Photovoltaik und Elektromobilität", so Finanzvorstand Thomas Kusterer.

Die Anleihe wurde von der Ratingagentur ISS ESG und der Climate Bonds Initiative entsprechend zertifiziert. Alle damit finanzierten EnBW-Projekte stehen im Einklang mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten und entsprechen damit "grundsätzlich bereits einem zukünftigen EU Green Bond Standard".

Obwohl auch bei der anderen Anleihe vieles in nachhaltige Projekte fließe, könnten die Mittel daraus keinen konkreten Projekten zugeordnet werden. Deshalb habe diese Anleihe auch keinen grünen Status. Beide Anleihen stützen aber die Eigenkapitalstruktur der EnBW. Die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s rechnen beide Nachranganleihen zur Hälfte als Eigenkapital an, "was sich positiv auf die ratingrelevanten Finanzkennzahlen der EnBW auswirkt."

Die EnBW hat das Ziel ausgegeben, bis 2035 als gesamtes Unternehmen klimaneutral zu sein.

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Unternehmen

Technologie: Gasmotoren von Innio Jenbacher "H2-ready"
Der auf Gasmotoren spezialisierte Tiroler Hersteller Innio Jenbacher bringt einen Gasmotor für den Betrieb mit Wasserstoff auf den Markt.

Quelle: energate

Die Motoren der neuen Baureihe mit Leistungen zwischen 500 und 900 kW können mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden, so das Unternehmen. Ab dem kommenden Jahr will Innio alle seine Baureihen mit der Option auf die Beimischung von 25 Prozent Wasserstoff anbieten. Zudem können nach Angaben des Herstellers die meisten der derzeit installierten Jenbacher Erdgasmotoren auf den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet werden. Wenn Wasserstoff eines Tages leichter verfügbar sei, werde dies ein Vorteil für Kunden sein, die heute in Gasmotoren investieren, so Konzernchef Carlos Lange.

Feldversuch in Hamburg-Othmarschen

Diesem Schritt auf den Markt gingen jahrelange Tests voraus. Vor zwanzig Jahren nahm Innio Jenbacher, das damals zum US-Konzern General Electric gehört hat, eine 150-kW-Demonstrationsanlage in Betrieb, die nur mit Wasserstoff betrieben werden konnte. Im November des Vorjahres starteten die Tiroler und der Hamburger Versorger Hansewerk den weltweit ersten Feldtest für den Wasserstoffbetrieb bei einem 1-MW-Großgasmotor. Der Motor läuft in einem Blockheizkraftwerk und liefert Nahwärme für Hamburg-Othmarschen. Der Motor lässt sich auch mit Erdgas sowie Wasserstoff-Beimischungen betreiben. Die Tests sollen unter anderem Erkenntnisse dazu liefern, welche Gemische sich eignen.

Forscher beim Einsatz im Wärmebereich skeptisch

Allerdings sind viele Forscher skeptisch, was den Einsatz von Wasserstoff im Wärmebereich und bei der Stromerzeugung angeht. Klimaneutraler Wasserstoff werde auf absehbare Zeit knapp und teuer bleiben, heißt es etwa in einer Analyse des Öko-Instituts. Im Wärmemarkt müsste der Preis für klimaneutralen Wasserstoff auf 1,50 Euro/kWh sinken, damit das Gas hier konkurrenzfähig wäre. Deshalb sei eine Förderung in diesem Bereich angesichts der Knappheit von Wasserstoff ineffizient. Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat zuletzt im Juni darauf hingewiesen, dass Wasserstoff zwar ein "beeindruckend vielseitiger Energieträger" sei. Allerdings seien auch dessen Kosten und Risiken "beeindruckend". Für die meisten Sektoren sei die direkte Nutzung von Elektrizität wirtschaftlich sinnvoller. Wasserstoff sollte daher vor allem in Bereichen eingesetzt werden, die sich nur schwer direkt elektrifizieren ließen, etwa in der chemischen und der Stahlindustrie.

Dagegen plädiert Eva Hennig von der Thüga, dem größten deutschen Verband kommunaler Versorger, für den Einsatz von Wasserstoff auch im Wärmebereich. Dass Wärme allein mit erneuerbarem Strom und Fernwärme erzeugt werden solle, sei "unrealistisch und unbezahlbar", betonte Hennig auf einer Tagung der E-Control im Frühjahr in Wien.

4.000 Jenbacher Gasmotoren gegen Beinahe-Blackout im Einsatz

Innio Jenbacher verweist in dem Zusammenhang darauf, dass flexible Gasmotoren eine zentrale Ergänzung zu den schwankenden Erneuerbaren seien. Das Unternehmen beliefert Kommunen und die Industrie weltweit mit Gasmotoren mit Leistungen zwischen 200 kW und 10 MW. Der Konzern verweist auch darauf, dass heuer am 8. Jänner wegen des Beinahe-Blackouts in Europa rund 4.000 Jenbacher Gasmotoren mit einer Gesamtkapazität von 6 Mio. kWh im Einsatz waren, um das Stromnetz zu stabilisieren. Das sei aus Steuerungssystemen ersichtlich gewesen, so Innio Jenbacher. Auch grundsätzlich sei die Nachfrage nach Gasmotoren besonders für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stabil, so der Hersteller.

Regelmäßig liefern die Tiroler Technologie nach Deutschland. So ging etwa Anfang des Vorjahres bei den Stadtwerken Kiel in Norddeutschland eine neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb, in der 20 Motoren von Jenbacher eine elektrische Leistung von 190 MW und eine thermische Leistung von 192 MW liefern. Ebenfalls im Vorjahr hat das Unternehmen das Heizkraftwerk Köln-Merheim der Rheinenergie mit Motoren beliefert, die eine elektrische und thermische Leistung von jeweils 10 MW haben. Heuer im Frühjahr lieferte Jenbacher unter anderem Technologie an das Heizkraftwerk Römerbrücke des saarländischen Versorgers Energie Saarlorlux.

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Unternehmen

RWE ordnet Erneuerbare-Energien-Geschäft neu
RWE will im Segment Erneuerbare Energien das Wachstum beschleunigen und stellt den Bereich neu auf. Im Bereich Windenergie sollen das Offshore- und das Onshore-Wind/PV-Geschäft künftig in separaten Bereichen geführt werden.

Quelle: MBI Infosource

Sven Utermöhlen soll künftig den Bereich Offshore Wind leiten. Silvia Ortin Rios soll die Verantwortung für Onshore Wind/PV übernehmen. Silvia Ortin Rios ist derzeit bei RWE Renewables als Chief Operating Officer (COO) verantwortlich für das Wind-Onshore- und Photovoltaik (PV)-Geschäft auf dem amerikanischen Kontinent. Sven Utermöhlen ist derzeit COO für das globale Wind-Offshore-Geschäft der RWE Renewables. Anja-Isabel Dotzenrath hat die Geschäftsführung der RWE Renewables GmbH zum 23. August 2021 niedergelegt. Sie verlässt RWE den Angaben zufolge auf eigenen Wunsch.

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Unternehmen

Südlink: Siemens erhält Auftrag für zwei Konverterstationen
Siemens hat einen Auftrag für zwei Konverterstationen für die Gleichstromverbindung Südlink erhalten.

Quelle: MBI Infosource

Wie die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW gemeinsam mitteilten, haben sie den Bau der Stationen mit einem Vergabevolumen von mehreren Hundert Millionen Euro an den Technologiekonzern vergeben. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für das Südlink-Projekt auf rund 10 Milliarden Euro.

Die Vergabe bezieht sich den weiteren Angaben zufolge auf die im Bundesbedarfsplangesetz als Vorhaben 3 bezeichnete Stromtrasse zwischen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Leingarten/Großgartach in Baden-Württemberg. Für das Vorhaben 4 mit den Konverterstationen in Wilster in Schleswig-Holstein und Bergrheinfeld in Bayern sei ein separates Ausschreibungsverfahren gestartet worden, das bis Mitte 2022 abgeschlossen sein soll. Jedes der beiden Gleichstromprojekte hat eine Übertragungskapazität von 2.000 Megawatt. Die Konverterstationen sind notwendig, um Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln - und umgekehrt.

"Der Bau von Südlink, dem größten Projekt zum Netzausbau in Deutschland, ist entscheidend für den Erfolg der Energiewende", so Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Tennet. "Mit der Auftragsvergabe sind wir der Realisierung von Südlink einen entscheidenden Schritt näher gekommen", führt Werner Götz, Geschäftsführer von TransnetBW aus. Südlink soll im Norden Deutschlands produzierten Windstrom über Gleichstromtrassen in den Süden transportieren.

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Personalien

Vorstandswechsel bei vedec
Nach knapp 30 Jahren übergibt Norbert Krug den Vorsitz an Tobias Dworschak

Pressemeldung vedec

Tobias Dworschak ist neuer Vorsitzender des Vorstandes beim Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting e.V. (vedec). Die Mitgliederversammlung hat ihn am 02. August 2021 einstimmig in dieses Amt gewählt. Damit folgt er auf Norbert Krug, der sich nach knapp 30 Jahren an der Verbandsspitze in den Ruhestand zurückgezogen hat. Norbert Krug gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes und hat die Arbeit maßgeblich geprägt.

Tobias Dworschak hat seit Anfang 2018 hauptamtlich die Geschäfte des vedec geführt. Der 42jährige Rechtsanwalt bedankte sich bei den Mitgliedern für die Wahl und sagte: „Ich verstehe meine Wahl auch als Ansporn, den beschrittenen Weg fortzusetzen. Es ist mein fester Vorsatz, mich gerade in dieser energie- und klimapolitisch so wichtigen Zeit voll für unsere vielfältige und innovative Branche einzusetzen. Ich freue mich darauf, dies gemeinsam mit unseren Mitgliedern zu tun.“

Ebenfalls neu im Vorstand des vedec sind Dr. Sarah Debor und Gerrit Müller-Rüster.

Dr. Sarah Debor ist als Abteilungsleiterin bei der Naturstrom AG für die Projekt- und Geschäftsentwicklung im Bereich dezentrale Energieversorgung zuständig. „Sinnvoll eingebettete dezentrale Energieversorgungslösungen im urbanen Raum sind elementare Eckpfeiler eines zukunftsfähigen Energiesystems. Die Entwicklung solch einer nachhaltigen Energieversorgung – die Sektoren miteinander koppelt und Menschen vor Ort an der Energiewende teilhaben lässt – braucht viel Unternehmer(innen)tum. Ich freue mich, die Grundlagen dafür nun auch auf Verbandsebene gemeinsam mit anderen vorantreiben zu können.“

Rechtsanwalt Gerrit Müller-Rüster ist seit 2017 im juristischen Beirat des vedec aktiv. Als Prokurist der Treurat und Partner Unternehmensberatungsgesellschaft mbH verfügt er über langjährige Erfahrung in der Beratung von Wärmeversorgungskonzepten im ländlichen Raum. Herr Müller-Rüster begründet sein Engagement im Vorstand des vedec: „Energiedienstleistungen sind Schlüssel für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors in Quartieren. Ich freue mich, an smarten Lösungen mitzuwirken, die Rahmenbedingungen für die EDL ökonomisch, sozial und ökologisch zu gestalten.“

Frau Prof. Dr. Sylvia Schädlich wurde in ihrem Amt bestätigt und komplettiert den jetzt vierköpfigen Vorstand.

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Stadtwerke Lage mit neuem Geschäftsführer
Das kommunale Versorgungsunternehmen in Lage (Nordrhein-Westfalen) wird jetzt von Michael Wippermann geleitet.

Stabwechsel vollzogen: Die Geschäfte der Stadtwerke Lage führt nun Michael Wippermann. Der 53-Jährige kommt vom Netzbetreiber Westfalen Weser. Wippermann hatte bei dem kommunalen Dienstleister und dessen Vorgängerunternehmen verschiedene Leitungspositionen inne. Er gilt als Fachmann auf vertrieblichem und technischem Gebiet.

Der studierte Elektrotechniker, der seine Karriere 1992 in dem Energieversorgungs- und Nahverkehrsunternehmen Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn (PESAG) begann, folgt auf Shteryo Shterev. Der 37-Jährige hat nach Angaben der Stadtwerke die Geschäftsführung eines kommunalen Versorgers nahe Hannover übernommen.

Wippermann zur Seite steht als technischer Prokurist Jörg Mikus. Der 41-Jährige ist seit Anfang 2016 Leiter des Planungsbereichs am Standort von Westfalen Weser Netz in Lage.

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Schneider Electric: Vincent Barro übernimmt Führung im Geschäftsbereich Secure Power
Vor seiner Ernennung zum VP DACH war Vincent Barro vier Jahre lang als Vice President Secure Power Division Switzerland & Datacenter Business D/A/CH tätig.

Quelle: Schneider Electric

Der Bereich Secure Power von Schneider Electric steht unter neuer Führung.  Seit Anfang Juli zeichnet Vincent Barro als Vice President Secure Power für den gesamten DACH-Bereich verantwortlich. Er löst damit Michel Arres ab, der die Rolle des VP IT Channel & Alliances International bei Schneider Electric übernimmt. Vincent Barro ist seit über zehn Jahren für Schneider Electric tätig und bekleidete bereits erfolgreich verschiedene Führungspositionen im Vertrieb, Business Development sowie als verantwortlicher Leader auf Landesebene in UK, Irland und Frankreich.

Vor seiner Ernennung zum VP DACH war Vincent Barro vier Jahre lang als Vice President Secure Power Division Switzerland & Datacenter Business D/A/CH tätig. Er und sein Team konnten in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten erzielen und so den DACH-Bereich zu einer der leistungsstärksten Regionen für das Segment Secure Power von Schneider Electric machen. Für Vincent Barro stehen Offenheit für neue Herausforderungen, Services und Produktentwicklungen sowie eine starke Kunden- und Markorientierung als Teil einer stetigen Weiterentwicklung von Ideen und Schlüsselkonzepten zum Vorteil von Kunden, Partnern und Mitarbeitern im Fokus.

„Ich bedanke mich bei Michel Arres für sein jahrzehntelanges Engagement, um die Schaffung einer einmaligen Erfolgskultur voranzutreiben, die bereits viele erfolgreiche Geschäftsmodelle hervorgebracht hat.“, betont Vincent Barro, VP Secure Power DACH. „Ich habe großes Vertrauen in unser Team, unsere vielen starken Partner im DACH-Raum sowie in unsere Kundenbasis. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit neuen Wachstumschancen und Innovationen.“

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